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Am 10. Oktober 2005 verstarb nach schwerer Krankheit meine über alles geliebte Mutter Anne Müller. Sie war nicht alleine Mutter für mich sondern zusätzlich Freundin und Beraterin in allen Lebenslagen. Das gesamte Wissen über die Ridgebackzucht und mein Zuchtpotenzial habe ich meiner Mutter zu verdanken. Die Stammeltern vom Zwinger Umvuma, „ Nordostufial Sakitu“ und „ Atala`s Dawn“ erwarb Sie 1973 und der erste Wurf fiel 1974. Auf unzähligen Ausstellungen präsentierte sie diese wunderbare jedoch zu den Zeiten unbekannte Rasse. Sehr oft begleitete ich Sie zu diesen Ausstellungen und war stets zugleich fasziniert und mit tiefer Ehrfurcht erfüllt als ich mir immer wieder dessen bewusst wurde wie tief ihre Liebe zu den Hunden war und wie umfangreich, ja scheinbar grenzenlos ihr Fachwissen bezüglich Haltung, Erziehung und Gesundheit der Rhodesian Ridgebacks zu sein schien. Ich erinnere mich noch, dass Sie die Welpen aus dem ersten Wurf insbesondere an Jäger verschenkt hat, um die Rasse auch jagdlich bekannt zu machen. 1976 wurde im Hause meiner Mutter in Helvesiek der Rhodesian Ridgeback Club Deutschland gegründet, den ersten diese Rasse betreuenden Club im VDH. An diesem besonderen Tag wohnte ich neben einigen wenigen ersten Mitgliedern diesem Ereignis bei. 1980 bekam ich von Mutti die erste RR Hündin "Umvuma Inua" geschenkt, die ich ausschließlich für die Jagd einsetzte. Die Leidenschaft meiner Mutter für den RR wurde immer größer. Sie fuhr zu sämtlichen Weltreffen: ihr erster Besuch war das Weltridgebacktreffen 1984 in Südafrika. 1984 schenkte Sie mir die Hündin „Umvuma Queen“, mit der meine Frau Heidi und ich 1986 unseren ersten Wurf unter dem Zwingernamen "Umvuma" aufzogen. Für Queen bin ich meiner Mutter ewig dankbar, Dank ihres ausgezeichneten Gespürs wurde „Umvuma Queen“ nicht nur Internationaler Schönheitschampion, sondern hatte jagdlich hervorragende Eigenschaften. Mutti kämpfte bis zum Schluss um die Anerkennung des RR in dem Jagdgebrauchs-Hundeverband, sie setzte all ihre Kraft für die Verwicklichung dieses edlen Vorhabens ein. Leider hat das Schicksal sie diesen Kampf nicht gewinnen lassen. Ich werde das Menschenmögliche unternehmen, um diesen letzten Wunsch meiner Mutter zu verwirklichen. Leider schien nicht immer die Sonne auf den Ridgeback-Himmel: aufgrund der Querelen im RRCD gründeten wir bei mir im Hause im April 1993 die DZRR. Meine Mutter wurde als Hauptzuchtwart und ich als 2. Vorsitzender gewählt. Mutti bemühte sich ständig um die Aufnahme des Vereins in den VDH und nach 10 langen Jahren haben wir es endlich geschafft und waren Dank ihrer Hilfe der größte diese Rasse betreuende Verein. 1996 wurde Mutti in Sothel für Ihrer Verdienste zum Ehrenmitglied in der DZRR ernannt. Mit 86 Jahren war sie noch für den Verein in der Welpenvermittlung und als Zuchwart tätig und hat bis zum letzten Jahr noch fremdblütige Hunde importiert, um die Basis unserer Zucht zu verbreitern. Hierbei ist insbesondere Ihr wunderschöner Deckrüde „Besal Fatoka“ zu erwähnen der noch in sehr vielen Linien zu finden ist. Es ist für mich noch immer unwirklich, dass meine Mutter nicht mehr unter uns ist, war Sie doch für mich ein echter, immer hilfsbereiter Freund. Wie viele schöne Stunden durften wir gemeinsam verbringen. Obwohl sie eine einmalige Expertin für die Zucht edler Hunderassen war, blieb sie stets bodenständig und versuchte in jedem Menschen das Gute zu sehen. Sie besaß einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und war immer bemüht den schwachen zu helfen. Ihre gerade und ehrliche Denkweise war in den Züchterkreisen legendär und nicht zuletzt wegen ihrer totalen Aufopferung für ihre nächsten Menschen als auch für die Sache, für die sie unermüdlich kämpfte, begegneten die Menschen der großen Anne Müller mit tiefem Respekt. Ich bin meiner Mutter für jeden Augenblick, den ich in ihrer Gegenwart verbracht habe dankbar. Danke Mutti für jede Sekunde, in der ich von dir, meinem größten Vorbild, lernen durfte. Der Schmerz und die Trauer sind noch unermeßlich groß in unseren Herzen verwurzelt, jedoch lebst du mit deinen Ideen und in den Seelen deiner Kinder und Enkelkinder wie auch mit unzähligen wunderschönen Hunden der Rassen Rhodesian Ridgeback, Beagle und Rauhhaarteckel, mit denen du Menschenleben mit Glück erfüllt hast, weiter. Danke. 


Danken möchte ich allen die sich in der Trauer um meine geliebte Mutter mit uns verbunden fühlten und ihre Anteilnahme auf vielfältige Weise zum Ausdruck brachten. Ein ganz besonderer Dank gilt unserem 1. Vorsitzenden der DZRR, Dr. Thomas Laube für die einfühlsamen Worte am Grabe meiner Mutter.

Hubertus Steinke